Die 520 Kilometer lange Pipeline wird Erdgas via Griechenland und Albanien durch die Adria nach Apulien in Süditalien und weiter nach Westeuropa transportieren. Die TAP wird dabei über eine Länge von rund 115 Kilometern im Meer verlaufen. Sie wird in Griechenland an das bestehende Pipeline-System anschliessen, das weiter ostwärts mit einem bestehenden Erdgas-Leitungsnetz in der Türkei verbunden ist.
Die Transportkapazität der TAP wird bei rund 10 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr liegen, optional kann sie auf 20 Milliarden Kubikmeter ausgebaut werden. Die Pipeline wird in Abhängigkeit vom Transportbedarf frühestens 2011 ihren Betrieb aufnehmen.
Der definitive Investitionsentscheid für die Realisierung des TAP-Projektes ist für die zweite Hälfte des Jahres 2009 geplant. Die EGL, die das Projekt lanciert hatte, schätzt die Kosten für den Bau der Pipeline auf 1,5 Milliarden Euro. Die endgültige Investitionshöhe ist abhängig von verschiedenen Faktoren zum Zeitpunkt des Baus, so etwa von den internationalen Stahlpreisen oder den Kosten für andere Komponenten der Pipeline.
Unterstützung durch die EU
Die Entwicklung des TAP-Projekts wird von der
Europäischen Union (EU) als «prioritäres Projekt» im Rahmen ihrer Trans-European Energy Networks (TEN-E) Richtlinien eingestuft, da die TAP dazu beiträgt, die Ziele und die Massnahmen der EU für die Diversifizierung der Gasbeschaffung und für die Versorgungssicherheit zu erreichen.
«Wir freuen uns, gemeinsam mit der EGL einen neuen Transportweg für Erdgas aus Asien nach Europa zu öffnen. Mit unserer Marktkompetenz und unserem Leistungsausweis bezüglich Entwicklung und Bau von Gas-Pipelines können wir Mehrwert für das TAP-Projekt schaffen», sagt Rune Bjørnson, Executive Vice President für Natural Gas bei StatoilHydro. «Unser Einstieg ins TAP-Projekt ist als Schritt zum Aufbau eines attraktiven Absatzweges für Gas aus Shah Deniz in den europäischen Markt zu verstehen», so Bjørnson weiter.
StatoilHydro ist derzeit der zweitgrösste Erdgaslieferant nach Europa. Das Unternehmen besitzt einen Anteil von 25,5 Prozent an Shah Deniz, einem bedeutenden Gasfeld in jenem Teil des Kaspischen Meeres, der zu Aserbaidschan gehört. 2006 wurde mit der Gasförderung in Shah Deniz begonnen. Kürzlich wurden weitere Reserven nachgewiesen, aufgrund derer eine zweite Phase der Erschliessung des Gasfeldes angegangen werden kann.
Neuer Korridor für Erdgaslieferungen nach Europa
«Die Entwicklung der TAP ist für die EGL eine logische Konsequenz, die aus dem Bau eigener Gas-Kombikraftwerke in Italien entsteht. Darüber hinaus entspricht das Projekt aber auch dem Bedürfnis Europas nach einer Diversifizierung seiner Erdgas-Transportwege. Die TAP ist die kürzeste Route entlang eines neuen eurasischen Korridors», sagt Joachim Conrad, Leiter des Geschäftsbereiches Gas und Mitglied der Geschäftsleitung der EGL. Die TAP verbindet die Prinzipien von Versorgungssicherheit, regionalem Wachstum, Stabilität und fundierten Lösungen, und das Engagement von StatoilHydro unterstreicht, wie realistisch das Projekt ist und wie entschlossen wir es angehen.»
Die EGL hat ihr Portfolio für Erdgaslieferungen ab 2011 mit langfristigen Lieferverträgen mit Produzenten im Mittleren Osten um zusätzliche 5,5 Milliarden Kubikmeter jährlich erweitert. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, die ihm zustehende Transportkapazität der TAP vollständig zu nutzen.
Das TAP-Projekt beinhaltet auch die Option, in Albanien Speicherinfrastruktur für Erdgas und einen Terminal für Liquefied Natural Gas (LNG) zu bauen. Diese zusätzlichen Pläne würden dazu beitragen, die Versorgungssicherheit in Südosteuropa zu erhöhen.
Derzeit befindet sich die TAP im Stadium des Front-End-Engineerings. Nachdem die Machbarkeitsstudie der EGL bereits im März 2006 abgeschlossen worden war, konnte die ausführliche Grundlagenplanung im März 2007 beendet werden. Diese beinhaltete sowohl eine Umweltverträglichkeitsprüfung als auch eine 2006 durchgeführte Untersuchung über die Unterwasserführung der Pipeline.
Zur EGL Gruppe
Die EGL Gruppe mit Sitz in der Schweiz ist ein Energie-Handelsunternehmen mit eigenen Assets und 19 Tochtergesellschaften und Niederlassungen in Europa. Sie ist an allen wichtigen europäischen Energiebörsen akkreditiert. Die EGL ist an Kraftwerken in der Schweiz und an Gas-Kombikraftwerken in Italien beteiligt und hat mit Lieferanten in Frankreich langfristige Stromlieferverträge abgeschlossen. Das Unternehmen investiert in zusätzliche Produktionskapazitäten und in Transportinfrastruktur in europäischen Schlüsselmärkten. Es ist zu 87,4 Prozent im Besitz der Axpo Gruppe. Die restlichen Aktien werden an der SWX Swiss Exchange gehandelt (Kurzzeichen: EGL).
Zu StatoilHydro
StatoilHydro ist ein international bedeutendes Energieunternehmen mit Sitz in Norwegen. Es ist führend in der Förderung von Öl und Erdgas aus dem Norwegischen Kontinentalsockel. StatoilHydro ist mit 31'000 Mitarbeitenden in 40 Ländern tätig. Das Unternehmen weist weltweit den drittgrössten Nettoabsatz an Rohöl aus und ist der zweitgrösste Erdgaslieferant nach Europa. StatoilHydro ist technischer Dienstleister für bedeutende Pipeline-Systeme aus dem Norwegischen Kontinentalsockel und für zwei grosse Erdgas-Aufbereitungsanlagen und verfügt daher über ausgewiesene Erfahrung be-züglich Transport, Aufbereitung und Vermarktung von Erdgas. Zusätzlich vertreibt das Unternehmen Liquefied Natural Gas (LNG). Der norwegische Staat ist mit 62,5 Prozent der grösste Anteilseigner an StatoilHydro. StatoilHydro ist kotiert an der Börse in Oslo (Kurzzeichen: STL) und an der New York Stock Exchange (Kurzzeichen: STO).
Weitere Information
EGL Gruppe:
Lilly Frei, Head of Corporate Communication
Tel. +41 44 749 40 10
lilly.frei@egl.eu
StatoilHydro:
Rannveig Stangeland, Vice President Communication Natural Gas
Tel. + 47 481 258 78 / +47 51 99 26 42
raso@statoilhydro.com
TAP, EGL und StatoilHydro online
Weitere und regelmässig aktualisierte Informationen zum TAP-Projekt und zu den beiden Partnern EGL and StatoilHydro finden Sie im Internet unter:
www.trans-adriatic-pipeline.com
www.egl.eu
www.statoilhydro.com
Unterlagen zu TAP