Im Geschäftsjahr 2005/06 konnte die EGL den physischen Energieabsatz gegenüber dem Vorjahr um 30% auf 77.5 TWh erweitern. Der ausgewiesene Nettoumsatz stieg um 59% auf CHF 6’377.1 Mio. Die Aufwendungen auf der Beschaffungsseite erhöhten sich weniger stark, weil das Stromport-folio optimal bewirtschaftet wurde und negative Sondereinflüsse des Vorjahres wegfielen. Zusam-men mit den deutlich expandierten Trading-Aktivitäten mit Standardterminkontrakten und Derivaten führte dies zu einer Bruttomarge von CHF 436.2 Mio. (+88%). Der in den Vorjahren festgestellte Trend zur Verlagerung vom traditionellen physischen Stromabsatz hin zum Energiederivatehandel (Trading) wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter fortgesetzt. So konnte der Erfolg aus dem Handel mit Energiederivaten und Emissionszertifikaten im Berichtsjahr auf CHF 72.7 Mio. gesteigert werden (Vorjahr CHF 5.1 Mio.).
Aufwendungen bei Material und Fremdleistungen (+7%) stiegen moderat. Die Personalkosten (CHF 83.6 Mio.) entwickelten sich unter Berücksichtigung der Zunahme des durchschnittlichen Personal-bestandes auf 363 Pensen (+25%) sowie aufgrund des guten Geschäftsganges erwartungsgemäss. Gleiches gilt für den übrigen Betriebsaufwand (+31%). Der insgesamt erhöhte Betriebsaufwand für den weiteren Ausbau der internen Organisation sowie diverser Projekte führte zu einer entsprechenden Kostenentwicklung. Die EGL verstärkt weiterhin ihre Geschäftsfelder und ihre internationale Präsenz. Sie erachtet es daher als wichtig, konsequent in die Mitarbeiterentwicklung, die Stan-dardisierung der Prozesse und den Ausbau der IT-Systeme zu investieren. Die Aufwendungen für Personal- und Organisationsentwicklung werden sich auch in Zukunft im Rahmen der vorgegebenen Strategie-Umsetzung erhöhen. Die Abschreibungen von CHF 32.4 Mio. betreffen vorwiegend Netz-anlagen und Einrichtungen sowie das Impairment bei NMK (Norsk Miljøkraft AS). Somit erzielte die EGL per 30. September 2006 einen operativen Betriebsgewinn (EBIT) von CHF 276.3 Mio. (+170%).
Deutlich gesteigertes Unternehmensergebnis
Der Anteil am Ergebnis assoziierter Gesellschaften ist mit CHF 19.7 Mio. leicht tiefer ausgefallen als im Vorjahr (CHF 21.5 Mio.). Gestiegene Finanzaufwendungen, die im Zusammenhang mit der ex-pansiven Strategie der Gruppe stehen, führten zu einem ausgeglichenen Finanzergebnis. Die bes-sere Ertragslage schlug sich in einer deutlich höheren Steuerbelastung nieder. Die Ertragssteuern beliefen sich auf CHF 48.1 Mio. gegenüber CHF 14.8 Mio. im Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2005/06 resultierte damit ein Unternehmensergebnis nach Steuern von CHF 247.0 Mio. (+119%).
Bilanz durch Investitionen in Italien und Wachstum geprägt
Die Bilanzsumme ist seit Ende des letzten Geschäftsjahres auf CHF 4'419.4 Mio. (+36%) gestiegen. Das Anlagevermögen erhöhte sich um 40% auf CHF 2’026.7 Mio. Diese Zunahme ist in erster Linie auf Investitionen in Gas-Kombikraftwerke in Italien zurückzuführen, die im Berichtsjahr planmässig vorankamen. So wird das erste Gas-Kombikraftwerk im zweiten Quartal 2007 seinen Betrieb aufnehmen.
Wachstum beeinflusst operativen Cash Flow negativ
Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeiten belief sich auf CHF 149.5 Mio. Vor allem die Veränderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der übrigen Forderungen in der Höhe von CHF 361.9 Mio. beeinflussten den Cash Flow negativ – dies aufgrund des starken Wachstums der EGL Gruppe. Der Mittelabfluss aufgrund von Investitionstätigkeiten belief sich auf CHF 509.5 Mio. (+20%). Dieser Betrag setzt sich hauptsächlich aus Investitionen in den Aufbau der beiden Gas-Kombikraftwerke von Calenia Energia und Rizziconi Energia zusammen.
Aus Projektfinanzierungen und der Emission einer Anleihe flossen der EGL netto Finanzmittel in der Höhe von CHF 594.0 Mio. (Vorjahr CHF 135.7 Mio.) zu. Der negative Free Cash Flow von
CHF -311.8 Mio. (Vorjahr CHF -332.2 Mio.) spiegelt die intensive Investitionstätigkeit in Italien wider. Trotz der hohen Investitionen konnte der Bestand an flüssigen Mitteln von CHF 257.4 Mio. auf CHF 495.9 Mio. erhöht werden.
Solide Eigenkapitalquote
Das Eigenkapital ist seit Ende des letzten Geschäftsjahres auf CHF 1’672.6 Mio. angestiegen. Mit 38% befindet sich die Eigenkapitalquote nach wie vor auf einem soliden Niveau – fällt jedoch gegenüber dem Vorjahreswert von 42% aufgrund der Fremdfinanzie-rung der Investitionen erwartungsgemäss etwas tiefer aus.
Ausblick: Weiterhin hohe Investitionen in den Geschäftsausbau
Die europäischen Energiemärkte werden auch in Zukunft anspruchsvoll bleiben. Der EGL ist es gelungen, in den letzten Jahren eine solide Basis für die Umsetzung ihrer Strategie zu schaffen. Auf diesem Weg wird sie planmässig auch im Geschäftsjahr 2006/07 weitergehen und in den Auf- und Ausbau ihrer strategischen Geschäftsfelder investieren. Der Bau der Kraftwerke in Italien, die Wei-terentwicklung der mit Partnern geplanten Erdgaspipeline (Trans Adriatic Pipeline/TAP) durch die Adria sowie die Einleitung der Entwicklung weiterer Asset-Projekte in Europa stehen dabei im Zent-rum. Die Investitionen in die verschiedenen zukunftsgerichteten Projekte werden sich somit auch im Geschäftsjahr 2006/07 in der Bilanz sowie im Finanzierungsaufwand entsprechend niederschlagen. Zudem ist davon auszugehen, dass sich die Volatilität des Trading-Geschäftes fortsetzen wird, dies unter anderem auch aufgrund des spezifischen Charakters des Energiederivatehandels.
Wechsel im Verwaltungsrat
Doris Leuthard trat infolge ihrer Wahl in den Bundesrat aus dem Verwaltungsrat der EGL zurück. Als Nachfolger wird Benedikt Weibel (1946, CH), CEO der Schweizer Bundesbahnen bis 31. Dezember 2006, der Generalversammlung zur Wahl vorgeschlagen.
Erhöhte Dividende
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung, eine gegenüber dem Vorjahr (CHF 15.- pro Aktie) um CHF 3.– erhöhte Dividende von CHF 18.– pro Aktie auszuschütten. Das deutlich über den Erwartungen ausgefallene Ergebnis sowie die erfreulichen Fortschritte im Ausbau der strategischen Geschäftsfelder bestätigen die erwartete langfristige Rentabilität des Unternehmens.
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Investoren:
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