Die Hauptursache für den Rückgang der Bruttomarge der EGL liegt im signifikant schwä-cheren Italien-Geschäft. Zwar konnte die EGL Italia den Absatz im Lokalgeschäft steigern, verschiedene ausserordentliche Einflüsse führten aber zu einem Margenrückgang. Im Frühjahr 2004 setzten die Behörden neue Preisstrukturen rückwirkend für das Kalenderjahr 2004 in Kraft. Während die EGL Italia im Sommer 2004 die dadurch entstandenen Chancen optimal nutzen konnte, entstand im 4. Quartal 2004 ein gegenläufiger Effekt mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Margen. Seit dem Kalenderjahr 2005 sind die Preisstrukturen voll synchronisiert, weshalb die neuen Preisstrukturen keine weiteren Folgen mehr haben.
Auch im Strom-Transitgeschäft nach Italien wirkten sich verschiedene wichtige Faktoren für die EGL negativ aus. Die Preise in den nördlichen Beschaffungsmärkten stiegen deutlich stärker an als die Absatzpreise in Italien. Zudem belasteten die in Italien neu eingeführten Import-Gebühren zusammen mit neuen Lieferprofilen die Marge auf demjenigen Strom, der über autonome Kapazitäten nach Italien exportiert wurde.
Ebenfalls negativ auf das Unternehmensergebnis wirkte sich der mehrmonatige Ausfall des Kernkraftwerks Leibstadt aus. Die EGL musste bedeutende Strommengen andernorts zu teilweise höheren Preisen beschaffen und konnte im Handel trotz hoher Absatzpreise weniger Chancen nutzen, was das Unternehmensergebnis um CHF 7 Mio. reduzierte.
Investitionen in den Geschäftsausbau
Die Entwicklung der Kosten für Personal (+6.7%) bei einer Zunahme des durchschnittlichen Personalbestandes von 24.5%, Material und Fremdleistungen (-2.2%) und für den übrigen Betriebsaufwand (+17.7%) gestaltete sich im Rahmen der Erwartungen. Die mit der Strategie verbundenen Projektaufwendungen schlugen sich in der Kostenentwicklung entsprechend nieder. In diversen europäischen Lokalmärkten ging der Ausbau der lokalen Präsenz zügig weiter und erforderte weitere Investitionen, insbesondere in den Aufbau von Tochtergesellschaften.
Somit resultiert per 30. September 2005 ein Betriebsergebnis von CHF 103.5 Mio., was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 49.3% entspricht. Bei Abschreibungen von CHF 21.2 Mio. (+7.1%) beträgt der EBITDA CHF 124.7 Mio. Vor Wertbereinigung erbrachte die EGL im Geschäftsjahr 2004/05 eine gegenüber dem Vorjahr um 44.3% reduzierte operative Leistung.
Deutlich tieferes Unternehmensergebnis als im Vorjahr
Mit CHF 29.1 Mio. ist der Anteil am Ergebnis aus assoziierten Gesellschaften grösser als im Vorjahr (CHF 23.8 Mio.). Das markant reduzierte Finanzergebnis von CHF 4.0 Mio. (-80.3% gegenüber Vorjahr) ist auf tiefere Dividendenerträge aus Beteiligungen, auf einen höheren Zinsaufwand sowie auf die im Periodenvergleich leicht schwächeren Währungserfolge zurückzuführen.
Die schwächere Ertragslage führte zu einer deutlich tieferen Steuerbelastung von CHF 12.1 Mio. gegenüber CHF 44.1 Mio. im Vorjahr. Nach Abzug der Steuern und Minderheiten resultiert ein um 36.2% reduziertes Unternehmensergebnis in Höhe von CHF 124.6 Mio. Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit beträgt CHF 115.6 Mio., während sich der Geldfluss aus Investitionstätigkeit auf CHF -423.6 Mio. beläuft. Der insgesamt negative Free Cash Flow von CHF -319.8 Mio. spiegelt die intensive Investitionstätigkeit während des Geschäftsjahres 2004/05.
Mit CHF 29.1 Mio. ist der Anteil am Ergebnis aus assoziierten Gesellschaften grösser als im Vorjahr (CHF 23.8 Mio.). Das markant reduzierte Finanzergebnis von CHF 4.0 Mio. (-80.3% gegenüber Vorjahr) ist auf tiefere Dividendenerträge aus Beteiligungen, auf einen höheren Zinsaufwand sowie auf die im Periodenvergleich leicht schwächeren Währungserfolge zurückzuführen.
Aufbau eigener Assets kommt gut voran
Die Investitionen der EGL in neue Produktionsanlagen zeigten erfreuliche Fortschritte. Zwei Gas-Kombikraftwerke in Italien befinden sich im Bau. Das erste Kraftwerk wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2007 die Energieproduktion aufnehmen, das zweite anfangs 2008. Für zwei weitere Projekte in Italien liegen die Bewilligungen, die optionalen Lieferverträge und die Finanzierungen vor. In Spanien befinden sich zwei Projekte für Gas-Kombikraftwerke in einer frühen Projektphase. Ausserdem plant die EGL in Spanien zu-sammen mit Partnern zwei Biomassekraftwerke. Für die Sicherung der wirtschaftlichen Energieversorgung der Gas-Kombikraftwerke in Italien entwickelt die EGL zudem ein Projekt für eine neue Erdgaspipeline über die Adria nach Italien.
Bedingt durch diese Investitionstätigkeit reduzierte sich die Eigenkapitalquote auf 40.8% (Vorjahr 51.2%), befindet sich aber nach wie vor auf einem hohen Niveau.
Ausblick
Im Geschäftsjahr 2005/06 wird sich das Umfeld für die EGL nicht signifikant ändern. Auf der Kostenseite werden sich weiterhin diverse Projektentwicklungsvorhaben sowie der Aufbau der Führungs- und Mitarbeiterstäbe der Kraftwerke niederschlagen. Der steigende Finanzierungsaufwand wird sich dämpfend auf das Finanzergebnis auswirken. Zudem sind die Auswirkungen der neuen regulatorischen Bedingungen bezüglich der grenzüberschreitenden Transportkapazitäten auf dem Schweizer Höchstspannungsnetz schwer abschätzbar. Aufgrund der zahlreichen externen Einflussfaktoren ist ein präziser Ausblick nicht möglich. Die EGL geht jedoch für das Geschäftsjahr 05/06 von einem Unternehmensergebnis in etwa der Höhe des Berichtsjahres aus. Langfristig erwartet die EGL nach wie vor eine positive Entwicklung der Ertragskraft, deshalb beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine im Vergleich zum Vorjahr unveränderte Dividende von CHF 15 pro Aktie.
Weitere Informationen
Medien:
Lilly Frei, Head Corporate Communications
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lilly.frei@egl.eu
Investoren:
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