Die EGL Gruppe erzielte im ersten Halbjahr 2009/10 noch eine solide Bruttomarge von CHF 420.9 Mio. (-4% gegenüber Vorjahr). Jedoch führten zu jenem Zeitpunkt wesentliche Effekte auf der Aufwandseite zu einem, gegenüber dem Vorjahr, tieferen operativen Halbjahresergebnis. Zu den wesentlichen Effekten zählten grösstenteils die Abschlusskosten aus dem nicht möglichen Verkauf des Kraftwerkprojekts Energy Plus sowie die Mehrausgaben für die Strombeschaffung aufgrund des Ausfalls von Block 3 des französischen Kernkraftwerks Bugey. Ebenfalls geringer fiel das Finanzergebnis aus, aufgrund tieferer Zinserträge und negativer Kursentwicklung des Euros sowie höherer Ertragssteuern, was in einem deutlich tieferen Unternehmensergebnis von CHF 38.4 Mio. (-69%) für das Halbjahr per 31. März 2010 resultierte.
Nun belastet der bis Ende Juni eingetretene weitere Kurszerfall des Euro das Finanzergebnis der EGL zusätzlich. Grund: Die EGL wickelt über 90 Prozent ihrer Geschäfte im europäischen Raum ab. So verschlechterte sich das Nettowährungsergebnis nach Fremdwährungsabsicherungen seit dem Halbjahresergebnis um CHF -38 Mio. auf CHF -65 Mio. per 30. Juni 2010. Zudem hat sich im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2009/10 die Bruttomarge aus Handelstätigkeiten unterproportional entwickelt. Grund dafür ist der enttäuschende Geschäftsverlauf des in Dietikon ansässigen Handelshubs, der die Märkte Zentral- und Osteuropa bewirtschaftet. Die übrigen Handelshubs der EGL entwickeln sich im erwarteten Rahmen, trotz anspruchsvollem Marktumfeld. Der Geschäftsbereich Assets entwickelt sich ebenfalls wie erwartet, wobei weiterhin die Ersatzbeschaffung von fehlender Energie aufgrund des Ausfalls von Block 3 beim französischen Kernkraftwerk Bugey negativ zu Buche schlägt. Die Entwicklung des Erdgasgeschäftes verläuft wie erwartet verhalten.
Massnahmen zur Kostenreduktion, Ertragsoptimierung und Investitionskürzungen laufen
Die EGL hat ihre bereits 2009 eingeleiteten Massnahmen weiter verstärkt. So werden Investitionen in laufende und künftige Projekte in ihrem Umfang angepasst und wo nötig zeitlich verschoben. Weiter führte die schwache Performance des in Dietikon angesiedelten Handelshubs für Zentral- und Osteuropa bereits Ende Juni zu einer Restrukturierung. Bis Ende 2010 werden Grösse, Strukturen und Prozesse im Handel und den Backoffice-Funktionen angepasst. Damit sollen die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Origination- und Eigenhandelsgeschäft in verändertem Umfeld geschaffen werden.
Zudem werden insgesamt rund 50 Vollzeitstellen bis Ende 2010 abgebaut. Der Stellenabbau findet hauptsächlich in der Schweiz statt und wurde bereits eingeleitet. Der Abbau erfolgt über das Nichtersetzen von natürlichen Abgängen, Frühpensionierungen und Entlassungen. Die EGL hat dazu einen Sozialplan eingeführt. Neben dem Stellenabbau beinhaltet das Kostenprogramm auch die Auslagerung von Aktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Bei den Auslagerungen wird den betroffenen Mitarbeitenden mehrheitlich eine Ersatzstelle beim neuen Dienstleister angeboten.
Ausblick
Die europäischen Energiemärkte zeigen für die nächsten Monate weiterhin keine klaren Signale bezüglich der Preisentwicklung. Somit bleiben Prognosen zum Handelserfolg schwierig. Auch geht die EGL weiterhin von einem volatilen Eurokurs und unsicheren Finanzmarktentwicklungen aus.
Die aktuellen Massnahmen zur Kostensenkung und Ertragsoptimierung werden per Ende 2010 abgeschlossen sein und im neuen Geschäftsjahr 2010/11 greifen. Damit legt die EGL den Grundstein für eine weiterhin solide Ertragslage.
Die bereits im ersten Halbjahr kommunizierten Effekte sowie der schwache Eurokurs und die im 3. Quartal deutlich geringere Marge aus Handelstätigkeiten werden das Unternehmensergebnis des laufenden Geschäftsjahres stark belasten. Aus heutiger Sicht erwartet die EGL daher für das gesamte Geschäftsjahr 2009/10 ein negatives Unternehmensergebnis im unteren zweistelligen Millionenbereich.
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